Pläne
Januar 30, 2009
Ich bin wieder einmal hart am Kämpfen.
Vorgestern war da wieder Verzweiflung und Ohnmacht. Das Gefühl nichts fertig zu bekommen. Die Ohnmacht sich nicht aufraffen zu können.
Als ich gestern aufwachte und auf mein Zimmer hinab sah, fühlte ich mich erschlagen von dem Chaos, was sich seit Tagen ausbreitet und mich erstickt.
Aber ich fand einen kleinen Funken Antrieb am Morgen. Viel schaffte ich nicht, aber immerhin ein kleines bisschen was. Eine Ecke.
Und dann war da tatsächlich irgendwoher genügend Energie, um einen Zettel zu bearbeiten. Schrift zu entziffern. Es gab Tränen. Zweimal. Nicht ganz die Situation mit den Ofen, aber nahe dran. Opa erinnerte mich daran, erzählte mir wieder, dass er das kennt. Dass er seine Schultasche früher auch manchmal vor dem Ofen auskippte und sein Studium ins Feuer werfen wollte. Weil einfach nichts mehr ging.
Aber ich konnte gestern dennoch Zufriedenheit für mich empfinden. Für die vielen kleinen Schritte, für die ich die Kraft hatte.
Heute ist die Blase wieder da. Die Welt erscheint mir nicht real.
Ich fühle mich krank. Mir fehlt etwas. Ich habe vielleicht zu viel in Erinnerungen geschwelgt, die mir zwar gezeigt haben, dass ich wahnsinnig viel erreichen kann und wirklich Kraft in mir habe, aber auch, welchen Preis ich dafür in Kauf genommen habe. Mir wurde gestern am Telefon gesagt, dass ich eine starke Präsenz habe und Leute gleichzeitig damit erschlage, weil ich sie ausblende. Ich ignoriere sie nicht absichtlich. Sie fallen mir einfach nicht auf. Auch, wenn sie versuchen an mich heran zu kommen. Ich nehme sie nicht wahr. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Charme das ist, was Leute haben, bis sie beginnen sich darauf zu verlassen.
Ich will niemanden heranziehen.
Meine Pläne für dieses Wochenende sind sehr einfach. Ich weiß nicht, ob sie mir gut tun. Aber nachdem ich mich die letzten zwei Wochenenden krampfhaft um Spaß und ein „normales“ Leben bemüht habe, möchte ich eine Pause machen.
Ich habe versucht die Welt zu sehen. Zeit mit Menschen zu verbringen und ihnen zu zeigen, dass es etwas hinter den gespielten Namen gibt.
Meinen Wunsch nach Kino in Worte gefasst (ich mag kein Kino, aber ich wollte Twilight sehen). Und dann meiner Art Wissen aufzunehmen, mit Geschichte zu spielen, Ausdruck verliehen. Ich hatte ehrlich Spaß im Museum und ich war sogar etwas traurig, wie schnell die anderthalb Stunden verflogen. Ich war glücklich. Und ich habe etwas davon mitgenommen.
Dann habe ich mich den Abend über angestrengt den Leuten auch ins Gesicht zu sehen. Zuzuhören. Ganz bewusst. Und vor allem neben dem Spiel zu bemerken, was und wer um mich herum ist. Ich habe versucht ein bisschen Freude mitzubringen, mich zu bedanken für etwas, was anderen nicht aufgefallen ist. Etwas, was für mich getan wurde. Das mir in den letzten zweieinhalb Monaten vermutlich völlig unbewusst von denjenigen das Gefühl gegeben wurde, willkommen zu sein. Ohne Rückfragen akzeptiert zu werden. Verteidigt zu werden und vor allem nichts dafür leisten zu müssen, sondern dieses Gefühl zu bekommen, weil die vermeintliche Katastrophe völlig irrelevant ist. Das es egal ist, ob meine Welt in Scherben liegt oder nicht, dass es nichts Wichtiges und keine Sonderrollen gibt, sondern das einzige, was zählt, ist, dass es schön ist da zu sein. Das ich da bin. Egal wer ich bin.
Ich hatte auf ein freudiges Lächeln gehofft und ich hatte befürchtet, dass man mir Hintergedanken unterstellt. Ich habe mich selbst intensiv gefragt, ob ich mir irgendetwas erkaufen will.
Und ich bin erleichtert gewesen, dass man es einfach so als Danke akzeptiert hat. Ich bin mehr als überwältigt gewesen, welche Begeisterung und Freude es auslöste. Ich hätte heulen können. Habe ich auch irgendwann. Zum Glück passte es im Spiel. Nur das ich vor Glück heulte, während mein Charakter seine Tränen wegen aufgerissenen Erinnerungen vergoss.
Die Woche darauf erlebte ich meine erste richtige Party. Das war ein wahnsinniges Experiment für mich. Und ich habe mich wohl gefühlt. Nicht fremd. Ich hatte zwar Sorge, dass ich über die Stränge schlage und mir später ein paar dumme Sprüche vorgehalten werden könnten, aber ich fühlte mich so geborgen und aufgehoben, dass ich sogar wagte etwas zu trinken.
Dieses Wochenende werde ich mich einfach abschotten. Nichts von der Welt hören und ganz für mich sein.
Couch, ich und ein paar Peperonipizza.
Schlechter Start
Januar 1, 2009
Sylvester ist vorbei.
Meine Kopfschmerzen sind geblieben.
Nicht vom Trinken. Mein Jahreswechsel war zwar auch mit einem Mixgetränk, aber irgendwie zählt Kiba nicht.
Schön wars trotzdem.
Habe beim Böllern einen meiner Schützlinge aus dem Kitapraktikum vor drei Jahren getroffen. Der Zwerg ist jetzt schon vier. Nette Überraschung.
Ansonsten wuselte der hyperaktive Patenhund meiner Mutter durch die Bude und mein Kater (der mich seit zehn Tagen !!! ignoriert) hatte schlechte Laune, weil er in meinem Zimmer bleiben musste, damit der Hund ihn nicht an den Edelpelz geht. Fazit: Die neuen Strumpfhosen halten Katzenkrallen ohne Laufmaschen stand – mein Beine ohne Blessuren nicht.